Die Tapisserien in der katholischen Kirche Wilhelmsfeld

von Lieselotte  Hofmeister

 

Über fünfzig Jahre hat die 1937 in Köln geborene Textilkünstlerin, Frau Lieselotte Hofmeister, zusammen mit ihrer Familie in Wilhelmsfeld gelebt. Schon früh interessierte sie sich für das Handwerk des Webens, das sie als Autodidaktin ungeheuer schnell perfekt zu beherrschen lernte. Doch damit nicht genug. Bald verspürte sie den Drang, sich mit diesem Handwerk künst­lerisch auszudrücken. Den ersten kleineren Arbeiten folgten bald raumgrei­fendere Werke, die allgemeines Interesse auslösten. Und so nahm sie mit ihren Exponaten an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teil. Im Jahre 1980 erhielt sie im Rahmen der Landesausstellung Kunsthandwerk Baden-Württemberg den Preis der Stadt Heidelberg. Nach der Jahrhundertwende beschlossen sie und ihr Ehemann, ihr Wohnhaus in Wilhelmsfeld aufzugeben, um in ein Seniorenstift nach Freiburg zu ziehen. Mit einer Ausstellung ihrer besonders ausdrucksstarken textilen Werke in der katholischen Kirche von Wilhelmsfeld nahm Lieselotte Hofmeister Abschied von diesem Ort, an dem sie so viele Jahre ihres Lebens verbracht hatte. Drei ihrer Werke sind in der Kirche verblieben und vermögen die meditative Andacht der Kirchenbesucher zu vertiefen, da ihre Themen wenn auch keinen unmittelbaren, so doch einen sehr engen Bezug zur biblischen Geschichte haben.


„Wiking", so nannte die Künstlerin das raumgreifende, blaue Schiff, das sie unserer Gemeinde geschenkt hat. Sie webte es in Gobelin und eigenen Techniken am Hochwebstuhl.

Beim Betrachten könnten einem auch die Apostelfischer in den Sinn kom­men, die mit Jesus hinaus auf den See ruderten, und reichen Fang heimbrach­ten. Wie oft zum Beispiel wird die Institution Kirche auch mit einem Schiff verglichen. „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt..."


Schiff  „Wiking“, 1980


 

Größe:     

350 x 275 x 400 cm

Material: 

Kette Baumwollcordzwirn, Schuss Wolle, Haargarn, pflanzengefärbt, zum Teil handgesponnen

Technik:

Gobelin und eigene Techniken am Hochwebstuhl


Ein weiteres Werk nennt sich „Kreuzfeuer".Im Format von 117x93 cm gewebt, leuchtet es in die Kirche hinein und gibt zu mancherlei Gedanken Anlass. 


„Kreuzfeuer“, 1976


Größe:

117 x 93 cm

Material:

Kette Baumwollcordzwirn, Schuss Wolle, Haargarn, zum Teil handgesponnen

Technik:

Gobelin und eigene Techniken am Hochwebstuhl


Die dritte, im Jahr 1988 entstandene Tapisserie nennt sich „Papyrus". Dieses Werk wurde in einer Größe von 165 x 130 cm auf einem Flachwebstuhl her­gestellt. Papyrus, man denkt an Schriftrollen, an Schriftzeichen, an die Wie­tergabe von Botschaften, die das Leben unserer Welt verändert haben. Wer immer in unsere Kirche kommt, ist eingeladen, sich in seiner Andacht von diesen drei Kunstwerken anregen und begleiten zu lassen. 


„Papyrus“, 1988


 

Größe:   

165 x 130 cm

Material:

Kette Leinen, Baumwolle, Schuss Leinen, Wolle

Technik:

Leinwand am Flachwebstuhl


Lieselotte Hofmeister wurde 1937 in Köln geboren.

Sie ist Autodidaktin und war bis 1988 freischaffend tätig.

Sie nahm an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teil.

1980 erhielt sie den Preis der Stadt Heidelberg im Rahmen der

Landesausstellung Kunsthandwerk Baden-Württemberg.