Die Kapellenentstehung

 

Die in der Gründungsurkunde genannte Kuratiekirche St.Bonifatius gab es in Wilhelmsfeld allerdings schon länger. In den Jahren 1908 bis 1909 wurde dieses Gotteshaus als Kapelle im neugotischen Stil auf einem Grundstück des katholischen Kapellenfonds von Wilhelmsfeld unweit der Schule errichtet und unter das Patronat des heiligen Bonifatius, dem Apostel der Deutschen gestellt. Ermöglicht wurde dieser Neubau durch die Hilfe des 1849 gegründeten, in Paderborn ansässigen Bonifatiuswerkes, das sich hauptsächlich um die Pro­bleme der in der Diaspora lebenden Katholiken kümmert. Noch heute sorgt das Bonifatiuswerk für den Bau und die Renovierung von Kirchen, Gemeinde­zentren, katholischen Schulen sowie Jugend- und Kinderhäusern. Es kümmert sich um die Aus- und Weiterbildung von Priestern in Ostdeutschland, um theologische Bildung durch Fachliteratur und hilft bei der Motorisierung der Diaspora-Pfarreien mit Kleinbussen und PKW's.

Der Bau der Wilhelmsfelder Kapelle wurde mit insgesamt 33.174,80 Mark vonseiten des Bonifatiuswerkes unterstützt. Darüber hinaus hat auch das Diö­zesan-Bonifatiuswerk des Erzbistums Freiburg seinerzeit beim Bau der Kapelle mitgeholfen.

Die Kapelle bestand aus einem einschiffigen, nach Osten ausgerichteten Raum und war aus Odenwälder Buntsandstein errichtet worden. Ihre Spitzbogen­fenster in der Apsis sowie an den Nord- und Südwänden waren teilweise mit bunten Fenstern geschmückt. Der Innenraum war mit einem geschnitzten Flügelaltar in der Apsis und zwei Seitenaltären ausgestattet. Der Hauptaltar zeigte eine Abendmahlszene. Das Eingangsportal befand sich an der West­wand, wo auch eine hölzerne Empore für die Kirchenmusik eingebaut war. Die Kapelle hatte an der Südseite einen kleinen Sakristeianbau. Der Raum unter der Apsis war begehbar. Ansonsten war das Gebäude nicht unterkellert.



Kapelle Wilhelmsfeld

 

Für fast 180 Jahre mussten die Katholiken von Wilhelmsfeld und den anderen Filialgemeinden nach Hei­ligkreuzsteinach zum Gottesdienst gehen. Selbst als das Kirchlein in Wil­helmsfeld errichtet worden war, wurden dort zunächst nur Werktagsgottesdienste abgehalten. Erst ab 1930 gab es in Wilhelmsfeld alle vierzehn Tage und später dann regelmäßig auch Sonntagsgottesdienste.