Aufgaben des Pfarrgemeinderates

 

Satzung für die Pfarrgemeinderäte
im Erzbistum Freiburg (PGRS)
Präambel

 

In den Seelsorgeeinheiten mit ihren Gemeinden (Pfarreien sowie weitere, territorial oder personal umschriebene Gemeinden), ist die Kirche in einem vernetzten Lebens- und Sozialraum gegenwärtig und erfahrbar.

Im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil und die gemeinsame Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland wird in den Seelsorgeeinheiten in der Erzdiözese Freiburg jeweils ein gemeinsamer Pfarrgemeinderat gewählt.

Die Mitglieder der Pfarrgemeinderäte nehmen diese Aufgabe aufgrund ihrer in Taufe und Firmung gegebenen Sendung wahr. Daher sollen sie das Sakrament der Firmung empfangen haben.

Zusammen mit dem vom Erzbischof bestellten verantwortlichen Pfarrer der Seelsorgeeinheit, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im pastoralen Dienst sowie den Gemeindeteams gestaltet der Pfarrgemeinderat das Leben der Seelsorgeeinheit, trägt Sorge für deren Glieder, entdeckt und fördert deren Charismen und bringt die gemeinsame Berufung und Sendung aller Glieder in der
Seelsorgeeinheit durch Jesus Christus zum Ausdruck.

Die Arbeit des Pfarrgemeinderates und der Gemeindeteams in der Seelsorgeeinheit soll von gegenseitigem Vertrauen getragen sein. Sie setzt Bereitschaft zum Dialog und zur Zusammenarbeit voraus. Die Mitglieder des Pfarrgemeinderates, der Gemeindeteams, der weiteren Gruppen sowie die Personen, die hauptberuflich oder ehrenamtlich pastorale Verantwortung tragen, sollen sich
um Gemeinschaft im Glauben und um religiöse Bildung bemühen.

 

§ 2 Aufgaben des Pfarrgemeinderates

 

(1) Der Pfarrgemeinderat berät und unterstützt als Pastoralrat den Pfarrer der Seelsorgeeinheit und die weiteren Personen, die hauptamtlich oder ehrenamtlich pastorale Verantwortung tragen, bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben. Dabei greift er die Weisungen und Anregungen des Erzbischofs auf und orientiert sich an den pastoralen Leitlinien des Erzbistums Freiburg. Dazu gehören insbesondere folgende Aufgaben:

1.   Über pastorale Ziele und Schwerpunkte der Seelsorgeeinheit zu beraten, gemeinsam mit dem Pfarrer der Seelsorgeeinheit und im Benehmen mit den weiteren Personen, die pastorale hauptberuflich oder ehrenamtlich Verantwortung tragen, geeignete Maßnahmen zu beschließen und für ihre Durchführung Sorge zu tragen;

 

2.   an der Bildung von Gemeindeteams gemäß § 17 dieser Satzung mitzuwirken und mit diesen arbeitsteilig-kooperativ zusammenzuarbeiten;

 

3.   das Bewusstsein der gemeinsamen Verantwortung aller Glieder der Seelsorgeeinheit für die Kirche und die Welt von heute zu wecken und zu stärken;

 

4.   Mitverantwortung für die Feier der Liturgie zu tragen und deren Vielfalt zu fördern;

 

5.   den missionarischen Auftrag der Seelsorgeeinheit zu fördern und diejenigen zu unterstützen, die sich in der Verkündigung und der Weitergabe des Glaubens engagieren;

 

6.   für die Wahrnehmung des diakonischen Auftrags der Seelsorgeeinheit Sorge zu tragen und dabei mit anderen Trägern caritativer und sozialer Dienste zusammen zu arbeiten;

 

7.   die katholischen Tageseinrichtungen für Kinder als pastorale Orte zu stärken und in die Pastoral der Seelsorgeeinheit einzubinden;

 

8.   die Zusammenarbeit zwischen Schule und Pastoral sowie die kirchliche Erwachsenenbildung zu fördern;

 

9.   die ökumenische Zusammenarbeit zu vertiefen und den interreligiösen Dialog zu pflegen;  

 

10.       das Verantwortungsbewusstsein für weltkirchliche Aufgaben sowie für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung zu stärken;

 

11.       sich der besonderen Anliegen der katholiken anderer Muttersprachen anzunehmen und ihre Beheimatung in der Seelsorgeeinheit zu fördern;

 

12.       die Planungen und Entscheidungen des Erzbistums in der Pastoralkonzeption auf die örtlichen Verhältnisse hin zu konkretisieren und für ihre Umsetzungt Sorge zu tragen;

 

13.       in der Seelsorgeeinheit am „Freiburger Programm zur Visitation und Gemeindeentwicklung“ (LEVI) mitzuwirken, insbesondere bei der Erstellung des Selbstbewertungsberichts zur Visitation, sowie bei der Erstellung und Fortschreibung der Pastoralkonzeption; der Pfarrgemeinderat hat das Recht, vor der Besetzung der Pfarrstelle und vor anderen Stellenbesetzungen im pastoralen Dienst dem Erzbischöflichen Ordinariat seine Vorstellungen mitzuteilen;

 

14.       sich für eine enge Kooperation mit den anderen pastoralen Ebenen (Dekanat/Region/Erzbistum) und deren Einrichtungen einzusetzen;

 

15.       Verantwortung für die notwendige Befähigung, Fortbildung und Begleitung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu übernehmen.

 

(2) Der Pfarrgemeinderat koordiniert als Vertretung der Katholiken der Seelsorgeeinheit die Aktivitäten der Gemeindeteams sowie der kirchlichen Gruppen, Verbände und geistlichen Gemeinschaften unter Wahrung ihrer Eigenständigkeit und vertritt die Anliegen der Katholiken der Seelsorgeeinheit in Gesellschaft und Öffentlichkeit. Dazu gehören insbesondere folgende Aufgaben:

 

1.   Durch Informationen und Stellungnahmen die Bewusstseinsbildung in kirchlichen und gesellschaftlichen Fragen in der Seelsorgeeinheit zu fördern und Erfahrungen und Vorschläge weiterzugeben an Stellen, die Entscheidungsverantwortung tragen;

 

2.   gesellschaftliche Entwicklung und Probleme des Alltags im Umfeld der Seelsorgeeinheit zu analysieren und zu bewerten und sich für notwendige Veränderungen einzusetzen;

 

3.   die Arbeit der Gemeindeteams, der pfarrlichen Organisationen, Gruppierungen

und Einrichtungen unter Wahrung ihrer Eigenständigkeit zu fördern und auf eine gemeinsame Zielsetzung hin zu koordinieren;

 

4.   die Anliegen der Seelsorgeeinheit in der Öffentlichkeit zu vertreten;

 

5.   Anregungen und Vorschläge an den Dekanatsrat und den Diözesanrat der Katholiken zu geben und deren Anliegen aufzugreifen;

 

6.   die von den Räten auf Diözesanebene gefassten Beschlüsse und die von ihnen gestellten Aufgaben im Dekanat und in der Seelsorgeeinheit umzusetzen.

 

(3) Der Pfarrgemeinderat beachtet als Organ der örtlichen kirchlichen Vermögensverwaltung (Ortskirchensteuervertretung) die Bindungen hinsichtlich des örtlichen Vermögens gem. §§ 28, 29 KVO III und ist zuständig für die Beschlussfassung über folgende Angelegenheiten:

 

1.   Die Wahl des Stiftungsrates;

 

2.   die Wahl des stellvertretenden Vorsitzenden des Stiftungsrates;

 

3.   die Aufstellung von pastoralen Richtlinien für die Vermögensverwaltung der Kirchengemeinde;

 

4.   die Beschlussfassung über den Haushaltsplan der Kirchengemeinde sowie über die Art und die Höhe der zu erhebenden Ortskirchensteuer (§ 14 Absatz 2 KiStO);

 

5.   die Feststellung der Jahresrechnung (§ 14 Absatz 5 KiStO);

 

6.   die Bestellung eines Kirchengemeinderechners – in der Regel durch Beauftragung einer Verrechnungsstelle – (§ 18 Absatz 2 KiStO);

 

7.   die Beschlussfassung über die Errichtung und den Antrag auf Aufnahme in eine Gesamtkirchengemeinde (§ 20 Absatz 1 und 2 KiStO).

Die Nummern 4 bis 7 finden keine Anwendung, wenn eine Gesamtkirchengemeinde errichtet ist.


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